Frankfurt

Frankfurt Nied 25.06.-27.06.2004 

„Mein Gott, wie sollen wir die ganzen Klamotten ins Auto bekommen…???“

Eine Frage, die uns mittlerweile von Wochenende zu Wochenende begleitete. Auch diesmal, bei den Vorbereitungen nach Frankfurt, sollte dies wieder ein fast unüberwindbares Hindernis darstellen! Trotz, dass ein Teufel weniger an Bord war (Tati musste Mathe lernen!), wurde der Klamottenberg nicht kleiner!
Susi und Uschi kamen mit´m „Holzmichel“ um die Ecke gedüst, Juli bog in die Parkbucht ein, und Inge-Müller lud ihren never-ending Wochenendproviant aus dem Auto ihres Vaters.
Nin, die bereits krampfhaft versuchte Nici´s, Chibby`s und ihre eigenen Sachen im Kombi unterzubringen, fing an zu schwitzen! Mit zwei Autos wird das im Leben nicht klappen….!!!
Also musste Juli doch fahren - mit jeder Menge Gepäck und Bierkästen neben sich!

Als das logistische Problem aus der Welt geschafft wurde – Tschaka, du schaffst es – ging es auf die Autobahn. Frankfurt! Na…knapp 2 ½ Autostunden entfernt, Freitagnachmittag und schlechtes Wetter - kann es einen schlechter treffen?!
So ungefähr sollte sich die Reise auch gestalten: zwischen Pinkelpause und einem zufälligen Treffen mit Marc `Oh an einem Rastplatz, schaffte es die Kolonne mit Uschi als Leader in Frankfurt anzukommen.
Bemerkungen von Chibby: „Oh, wie schön“ über die riesigen Wolkenkratzer und Banken brachten allgemeines Gelächter über den plötzlichen Kulturschock - vielleicht ist dies auch der Grund warum wir uns ein ums andere Mal verfuhren!
Irgendwann hatte Uschi scheinbar den Einfall mal anzuhalten und zu nach dem Weg fragen. An der Tankstelle wollte Juli Uschi mitteilen, dass man schon vor 6 Straßen hätte rechts auf die B haste nicht gesehen fahren müssen, schließlich sei dort ein unübersehbares Hinweisschild gewesen!

Na gut, aufs Neue, vielleicht finden wir den Beachplatz ja….

Doch irgendwie kamen wir immer und immer wieder „vom richtigen Weg“ ab, letzen Endes hielt Uschi noch mal an und Susi fragte einen PASSANTEN:
„Äh.. ´tschuldigung, wo geht es denn hier zum Sportplatz?“
Der Typ drehte sich um und fragte seinen Kollegen:
„Ay de yilderim Sportplatz???“
Der Mann neben ihm:
„Müsulhjüä haijüky kutlüfym hfuusdkäal Sporthalle!“

Naja, mir einer - aus meiner Sicht – sehr vagen Wegbeschreibung fuhren wir wieder los um uns nach dreimal links, einmal rechts wieder an der gleichen Stelle wieder zu finden! Okaaaay…wir schaffen das!!!

Endlich angekommen konnten wir gerade noch die letzten Parkplätze ergattern (Gott weiß wo wir hätten sonst parken sollen!) und ließen das Auto stehen, um uns erstmal umzusehen und einen Zeltplatz zu suchen.
Zeltplatz…! Nächstes Problem: das Turnier war auf einem neu angelegten Fußballplatz vorgesehen und gezeltet werden durfte nur auf den äußeren Rändern neben den Laufbahnen! Dass dort aber kein Grashalm wuchs und in die Erde keine Heringe reinzukloppen gingen, hatte man natürlich nicht bedacht. Gut, machste nix, lass mal die Autos holen…. „Nee, nee, hier kann man nicht mit den Autos drauf, müsst ihr schleppen…!“
DAS ging entschieden zu weit! Alle anderen feierten schon und wir müssen die Klamotten schleppen??? Alles? Inklusive Kästen Bier??? In der Dunkelheit???
Aber was sollten wir machen, es blieb uns ja nichts anderes über, also hieß es Zähne zusammen kneifen, und bloß keinen der Mädchen ansprechen, sonst wäre eine Riesen-Zickerei entfacht gewesen….
Aber, das war noch nicht das Schlimmste: wir hatten uns extra bei Christel Gießen – vielen Dank übrigens noch mal an dieser Stelle – einen Zwei-Kochplatten-Gas-Herd besorgt, weil in der Einladung ausdrücklich stand: „Das Grillen am Platz ist verboten“.
Als Susi jedoch unter Einsatz ihres Lebens den Kocher versuchte anzuschmeißen, schoss der Rauch der anderen ca. 15 Grills in die Luft!!! Scheinbar haben nur wir uns dran gehalten - oder sollte man besser sagen: drauf reingefallen?!?!?
Naja, da der große Topf mit den 30 (!) Bockwürsten seine Zeit braucht um heiß zu werden, war es mittlerweile stockduster. Man konnte kaum sein Würstchen auf dem Teller sehen, geschweige denn die Kräuterbutter aufs Baguette schmieren. Dann stieg uns noch ein etwas süßlicher Geruch in die Nasen, was das Essen schier unmöglich machte. Chibby erkannte die Geruchsquelle und bat die jungen Männer höflich: „könnt ihr nicht etwas weggehen – wir essen!“ Diese dunklen Gestalten gingen sogar wortlos und stellten sich – 15 Meter weiter hinters Tor. Danke! Aber was habt ihr euch dabei gedacht!? Dass der Qualm sich seinen Weg nicht durch das Tornetz bahnen konnte!? Wie auch immer, wir wollten es nicht darauf ankommen lassen und aßen schweigend unsere Würstchen weiter. SCHNELL, MEHR BIER!!!!!! Der Freitagabend ging recht schnell zu Ende, da man uns „höflichst“ - Ey, könnt ihr mal nicht so laut sein, hier stehen Pferde auf der anderen Seite des Zaunes!!!! – auf die Umstände hinwies! Auch war kein Partyzelt zu sehen, in dem wir hätten tanzen und feiern können!
Na gut, dass kommt wohl erst morgen….

„Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein….“
Recht früh am Samstagmorgen waren wir wach und konnten endlich auch die letzten Blues Brother begrüßen. Helge, Flo und Thomas waren erst heute angereist und gesellten sich mit Nico und Anke zum Frühstück! Nin, die extra 20 Eier eingekauft hatte um Rührei zum Frühstück zu machen – wofür hatten wir den Gaskocher mit –, brutzelte in der Sonne – JA! Sonne, endlich Sonne – während Nico mit Wodka-Ahoibrause um die Ecke kam. Wodka-Brause? Also Brause haben wir als Kinder doch immer mit dem Finger in der Tüte gelutscht, prickelte so schön auf der Zunge. Aber mit Wodka? Skeptisch probierte man noch den ersten, aber so schlimm war es gar nicht, hey…gib noch ne Runde!
Während wir das Frühstück mit Instantkaffee - Mensch, sind wir gut ausgerüstet - genossen, begann das Turnier.
Der lange Schiri Horst kam rüber, ließ sich aber nicht durch nen Kaffee bestechen – schwatzte kurz mit uns, und trottete dann zum Spielfeld ab.

Während wir unter dem strahlenden Himmel das Frühstück verdauten, mussten wir feststellen, dass unser erstes Spiel um 16 Uhr war. Dahin war es noch eine laaaange Zeit, also: was machen wir?!
Als erstes testeten Susi, Chibby und Nin die Hüpfburg, die zur Erheiterung der Kinder aufgeblasen wurde. Nein, was ein Spaß, vor allem der kleine Junge, der ständig von der Burg flog, weil Nin neben ihm hüpfte. Zum Glück ist er ohne bleibende Schäden davon gekommen.
Unsere Hebefigur auf „Time of my life“ haben wir auch schon lange nicht mehr geprobt, also nichts wie ran – Chibby, Nin, Susi: auf geht’s, komm Uschi, film uns doch mal….
Zum allgemeinen Entertainment sang uns Thomas von den Bluesies seine Version von „Lonely“ vor.              .
Kommt Mädchen, wir gucken uns ein paar Spiele an, außerdem spielen die Blues Brothers, hey, denkt an den Bier-Meter…!!!
Die Sonne brannte, die Jungs gewannen jedes Spiel und das Cab und Kölsch floss in Strömen… uhi, 15.30 Uhr, ab jetzt ist absolutes Bierverbot, wir müssen fit sein
J

Als es dann endlich soweit war, dass wir den heiligen Sand betreten durften, entstand noch mal eine Welle der Aufregung! Tati ist nicht da - wer geht als zweiter ins Tor? Komm Nin, du kannst das doch! Nein, ich will aber lieber auf´m Feld spielen. Mensch, wen sollen wir denn reinstellen? Was ist mit Juli, die ist doch Torwart! Aufgrund einer Abstimmung gab Nin sich geschlagen und ging ins Tor! Langweilig -  das erste Spiel haushoch mit 2:0 gegen eine hiesige Mannschaft gewonnen.
Doch so leicht sollte es nicht bleiben – das zweite Spiel nach einer Männerrunde war gegen die „Hexen“ aus Idstein. Da wir ohne Tati angereist waren und uns somit eine Spielerin fehlte (wenn auch nur für eine Halbzeit, schließlich hat sie nur Luft für die erste
J ) kauften wir uns kurzerhand Nico´s Freundin Anke ein! Ab ins Trikot, und hilf den Mädchen hinten in der Abwehr! Die erste Halbzeit verloren wir mit zwei Punkten - kurz umdisponieren – die Uschi hat ihre Abwehr hinten im Griff und Nin ist für den ein oder anderen Kempa gut. Also Anke in die Keeper-Kluft und Nin mit Nici und Susi nach vorne! Und ja… es klappte - die zweite Halbzeit holten wir uns, wenn auch nur knapp mit einem Punkt! Somit stand Penalty an. Es waren schnell die fünf Werferinnen gefunden, es war ja schließlich nicht unser erstes Penalty. Und los ging es: 5:5 nach dem ersten Penalty werfen. Jetzt hieß es treffen oder verlieren. Chibby traf – ne Hexe traf, Susi traf – ne Hexe warf, Uschi traf – ne Hexe traf. Los Nin, kürz es ab, Kempa! Und…sie verwarf, vielmehr wurde ihr der Kempa abgepfiffen, trotz einwandfreier Ausführung. Das brachte auch unseren neu eingestellten Trainer Timmi Kulke von den Berliner Jungs zum Kochen. Wutschnaubend rannte er den Schiris hinterher, die Teufel ohnehin und auch die Blues Brothers hatten den Kempa gut gesehen! Nichts zu machen, 1:2 verloren!

Immer noch sauer traten wir unser letztes Spiel am Samstagabend um 20.30 Uhr an. Gegner waren diesmal eine Truppe, die das erste Mal spielten und außerdem außer Konkurrenz. Gut, lassen wir das Spielchen locker und in aller Freundschaft runter spielen. Trotzdem 1:1 nach zwei Halbzeiten – wieder Penalty. Bitte, nur nicht immer Penalty!!! Chibby, gib die Pässe. Da dies das letzte Spiel an diesem Tag war, und das andere Spiel, was parallel lief, eindeutig gewonnen wurde, konnte der Moderator des Turniers sich unserem Penalty widmen und kommentierte so ziemlich jeden Schritt. Wie durch ein Wunder wurde das Spiel gewonnen und man konnte sich dem Abendprogramm widmen….

Da sich seit Bork eingebürgert hatte „wir sind zwar auf nem Handballturnier, aber deshalb müssen wir lange noch nicht rumlaufen wie Asis“ wurde sich also nach der Dusche umgezogen und in einer Reihe bei Susi angestellt um die Haare gemacht zu bekommen. Endlich fertig und bereit für die Party mussten wir entsetzt feststellen, dass es immer noch kein Partyzelt gab, sondern der Abend mit Hilfe einiger Pavillons eher wie ein Straßenfest aufgezogen wurde.
Nett, immerhin einen Cocktailstand gibt es: Uschi, hol doch mal zwei Caipi und für Nin nen Long Island Ice Tea!!! Gesagt getan, nur schade, dass es die Jungs dahinter ein wenig zu gut mit uns gemeint haben, den Cocktail konntest Du nicht trinken!
Nachdem die Stimmung quasi auf dem Nullpunkt war und die Tatsache: HIER FAHREN WIR NICHT MEHR HIN längst feststand, wurde der Abend immer später und letzten Endes waren nur noch die Sandteufel, die Blues Brother und ein paar „Statisten“ unter den Pavillons. Nici stimmte auf einmal ein Lied an und es wurden alle, und ich meine wirklich alle, Lieder dieser Welt gesungen. Ob Britney Spears, kölscher Karneval oder aber die guten alten Lieder aus der Mundorgel…es dämmerte und die Veranstalter wollten uns Geld bieten damit wir ENDLICH verstummen….
Also Jungs und Mädels, packt eure Sachen und wir gehen zu den Zelten – den Pferden noch ein Schlaflied singen. Doch bis dahin kamen wir nicht, unterwegs hielten und noch ein paar Partyhungrige an und wir sangen von neuem, als um die Ecke zwei Security-Leute mit Dobermann kamen: „Jetzt ist aber mal Ruhe hier Mädels...!“ Nin: „Och, es ist doch gerade so schön!“ Die Securities: „Und spät! Und wenn’s am Schönsten ist soll man gehen!“ Nin:“ Und wenn wir leise singen, ungefähr so: La le lu… „ hauchte sie vorsichtig während der Rest der Bande wieder einstimmte…. Da entdeckte Juli ihre Liebe für Hunde wieder und streichelte die Wachhunde. „Nein, auch das ist zu laut!“ Nin: „Und wenn wir ein Lied für Euch singen?“ „Auch dann nicht mehr!“ Nin drehte sich zu Susi: „Es wäre eh nur gewesen: Geh doch zu Hause, Du alte Scheiße…!“

Na gut, man gab sich geschlagen und marschierte zu den Zelten um sich auf den harten Boden der Frankfurter Aschebahn zu begeben: was ein Luxus, gute Nacht….

So spät wir gestern aufgehört haben zu spielen, mussten wir Sonntagmorgen ran. Wir hatten das zweite Spiel am zweiten Tag in Frankfurt. Letztes Vorrundenspiel und um aus eigener Kraft weiter zu kommen, müssen wir das gewinnen. Es war gegen den Turnierausrichter, die Damen des TSG Münster! Vielleicht waren wir noch nicht wach, noch zu betrunken, aber dieses Spiel mussten wir sang- und klanglos 2:0 hinnehmen und verloren mit einem Mal alle weiteren Hoffnungen auf Punkte….
Da dies nun nicht mehr das Ziel sein konnten, brauchten wir ein neues: lasst uns die Blues Brothers zum Turniersieg schreien und so schnell wir möglich voll werden!!!!!!!

Chibby, Inge-Müller und Susi organisierten sich ne Pulle Wodka und brauchten keine Stunde um sie leer und sich voll zu trinken! Der Rest sind nur Vermutungen, und nur Uschi und Nin - die beiden Fahrer - wissen, wie es wirklich war. Inge-Müller pennte in der Sonne ein, Susi schlief im abgebaut daliegenden Zelt und Chibby torkelte über den Platz und quatsche fremde Menschen an. Nici, die sich zwar nicht am Wodka beteiligte, verzerrte die letzten Reserven Bier – immerhin 11 Flaschen mit den Worten:“ Nin, es ist doch OK wenn du fährst?!“ Juli Hat nach unserem Ausscheiden bereits die Rückreise angetreten. Nur Uschi und Nin mussten auf den Rest der Teufel warten und vertrieben sich die Zelt am Bierwagen bei kalter Cola! Zu allem Übermut aber wurden die Blues Brothers tatsächlich Turniersieger und das wurde noch mal mit Kurzen und mächtig viel Bier gefeiert! Nachdem wir die ganze Scheiße wieder im Auto hatten verabschiedeten wir uns von den Bluesies - bis in zwei Wochen, dann kommen wir nämlich zu eurem Turnier…
J