Lintfort

Kamp-Lintfort  03.07.-04.07.2004  

… doch bevor es nach Herrenberg geht, nehmen wir noch Kamp-Lintfort mit …

Dieses Turnier wurde getrennt angereist. Kamp-Lintfort, kurz hinter Krefeld liegend, war das Heimturnier der Samba-Girls aus Lintfort, und wir reisten mit dem festen Willen an, dort endlich mal wieder zu punkten. Da Nin aus Bochum den kürzesten Weg hatte, war sie als Erste da.

…und zwar wirklich als Erste! Nur ein paar andere Leute liefen auf dem Platz rum. Hatte Nin sich verfahren? War sie an einem völlig anderem Turnierplatz? Wo sind die anderen Mannschaften? Und die Zelte und…das Bier???

Na gut, Nin beschloss sich schon mal umzusehen, die Truppe anzumelden und einen geeigneten Zeltplatz für die Meute zu suchen. Wann wollten die noch mal hier sein? 18.30 Uhr? Gut, es ist jetzt kurz vor fünf….
Ah, die Männer bauen gerade die Feldbegrenzungen der Plätze auf, die kann man sicher ansprechen…. Im Gepäck hatte Nin den Pavillon der Berliner Jungs, den sie sich von Timmi für dieses WE geliehen hatte. Es war schlechtes Wetter voraus gesagt. Die Mädels würden sich sicherlich freuen wenn sie ihr Würstchen trocken essen könnten. Außerdem war doch Timmi dabei, was sollte also schon groß passieren?! Hätte Nin gewusst, was das für Konsequenzen haben würde, hätte sie nie, niemals in meinem Leben danach gefragt….

Gegen 18 Uhr kam Juli angeflitzt. Sie war nach der Arbeit direkt aus Solingen zum Turnier gefahren. Nin´s und Nici´s Zelt stand bereits…nicht, dass man das Zelt so schon kaum aufbauen kann, aber bei starkem Wind schien es fast unmöglich! Vielleicht hat Nin deswegen ne knappe dreiviertel Stunde gebraucht…?!
Jedenfalls brauchte Juli nicht halb so lang und danach wurden der Tisch und der Biermeter aufgebaut. Für dieses Turnier haben wir uns vorsorglich mit drei Flaschen Wodka eingedeckt…ein Frühstück ohne Rührei geht, aber ohne Wodka Ahoi??
Jedenfalls war der erste Programmpunkt des heutigen Abends um 18.30 Uhr der erste Wodka und die Mädels hatten nur noch knapp 9 Minuten um den zu erreichen. Aber – sie schafften es! Alle, außer Nici waren pünktlich hier. Nina Dinges war diesmal die Gastspielerin bei den Sandteufeln aus Köln und das Tollste war: sie hatte am Samstag Geburtstag. Da würde bestimmt das ein oder andere Bier für uns raus springen. J

Punkt halb sieben trudelten die Kölner ein, und es ging direkt los. Der Grill wurde angeschmissen, Susi die Ausländerin mimte den Grillmeister und hatte alle Hände voll zu tun, dass ihr Chibby nicht die rohen Würstchen vom Grill klaute! Der Wodka floss und es begann zu regnen, aber wir hatten ja den schönen Pavillon! Ungefähr zur gleichen Zeit reiste die zweite (und letzte Mannschaft für diesen Abend!) an, die Beach-Michels aus...wo kamen die noch mal her?!
Da WIR den Pavillon hatten war es nur eine Frage der Zeit wann die Michels zu uns rüber kamen, schließlich haben wir schon wieder mächtig Gas gegeben und den Ghettoblaster in voller Lautstärke die Beachplatte spielen lassen.

Irgendwann fragte Chibby, ob sie nicht mal mit Nin´s Wagen fahren dürfte. Auch Inge-Müller und Tati schlossen sich dem Vorhaben Chibby´s kopfnickend an. Na gut, dachte Nin sich, ab ins Auto. Sie erklärte ihr die Gangschaltung, die Kupplung und auch die Bremse!!!!!!!!!!!!!
Die Mädels gurkten also ein paar hundert Mal von einer Seite auf die nächste und alle waren glücklich bis Chibby den Rückwärtsgang mit dem Ersten Gang verwechselte…. Bumms, das saß - rückwärts in die Platzbegrenzung! Beule im Kofferraum, linker Blinker und Rücklicht kaputt….Das ist jetzt nicht wahr…. Nin war sauer, Chibby war es peinlich und die Mädchen lachten sich tot, so hatte dann jeder einen Grund, dass Bier einzuläuten.

Auch Nici war mittlerweile zu uns gestoßen und Ninas Geburtstag rückte immer näher! Kurz vor Zwölf füllten wir die Gläser, holten das Geschenk – einen, wer hätte es gedacht: BEACHSTUHL – aus dem Auto uns trällerten ein „Happy Birthday“ in die Nacht. Als die letzten Flaschen Bier, alle drei Flaschen Wodka und der XUXU vernichtet waren – haben die Jungs uns das eigentlich alles ausgetrunken?!?!?! – entschied man sich dafür, noch in die „benachbarte“ Disco zu fahren, ins „Diebels-Life“. Wahrscheinlich waren wir schon zu betrunken, weil wir theoretisch darauf hätten kommen können, dass DIEBELS ein ALTBIER ist…. Na gut, als dann plötzlich zwei Großraumtaxen auf dem Zeltplatz standen, by the way: WER hat die WIE bestellt???, fehlte nur noch Chibby, um loszufahren. Doch die kam dann schon angerannt, wollte ins Taxi springen und….stieß sich so heftig den Kopf an der Bully-Tür, dass sie eine dermaßen große Beule bekam, die sich aber erst am nächsten Tag bemerkbar machte. Gut. Dafür, dass die Disco „direkt um die Ecke“ war, fand ich den Weg recht lang, die Fahrt mit 26 Euro sehr teuer und – die XUXU Flasche hat den Weg von hinten nicht bis zu Nin und Uschi nach vorne geschafft!!!!!!!!!! *grummel*

Ein Glück, dass „die Disco“ nicht so sehr besucht war, denn unter anderen Umständen wage ich zu bezweifeln, dass wir SO da rein gekommen wären: alle in Trainingshose und Sportschuhen, ungeschminkt und die Haare nur zum Zopf - und hu-voll!!! Wir feierten, und die Leute feierten mit uns. Per Mikrofon wurden wir begrüßt und die Musik lief nur nach unserem Geschmack – kein Wunder, so wie wir getanzt haben J Als es kurz vor nem Zoff endete, sind wir lieber raus und zurück zum Pavillon. Gegen 5 Uhr muss es wohl gewesen sein, als wir in den Zelten lagen und nur der Wind blies,- sonst war Totenstille…
… und da stand der Pavillon noch!!!!

„Guten Morgen Nin, haste gut geschlafen???“ Mensch, Uschi hast du ne gute Laune. Sechs Augenpaare lächelten mich an und der Tisch war zum Frühstück gedeckt! Die Sonne schien, vom gestrigen Sturm war nichts mehr zu sehen. Nin setzte sich in ihren Stuhl und blickte in den Himmel, gutes Wetter zum Beachen…. In den Himmel? Nin fragte sich, warum sie in den Himmel blicken konnte wo doch eigentlich der Pavillon gespannt sein sollte…. „Äh—wo ist unser Pavillon?“ „Jaaa…“ meldete sich Nina zu Wort. „Heute Nacht ist der scheinbar weggeweht worden, denn irgendwann ist etwas Schweres unsanft auf mein Zelt gefallen….“ Da lag er nun, zusammengefaltet und mit gebrochenem Gestänge….Oh nein, dass ist doch nicht unser, sondern nur geliehen. Prompt fielen Nin´s Praes Worte bei der Übergabe ein: „Pass gut auf, Nin, der ist scheiß teuer, ich glaube, die Berliner Jungs haben den für 99 € gekauft!“ Da war sie hin, die gute Laune. Missmutig machte Nin sich erstmal ein Bier auf. Gestern das Auto, heute der Pavillon - das war echt nicht ihr Wochenende. Was könnte noch kaputt gehen??? Nin beschloss ihr Zelt fernab von Zigaretten zu halten, nicht, dass es auch noch abbrannte….

Als Timmi, der nun vollends die Position als unser Coach bekleidete, eintraf, hatten wir noch ein paar Minuten, um die Mannschaft aufzustellen. Da alle Mädels wieder an Bord waren, sahen wir dem ersten Spiel gegen eine uns fremde Beachmannschaft entgegen. Eine bunt gewürfelte Mannschaft aus der hiesigen Gegend verhalf uns zu unserem ersten 2:0 Sieg. Das zweite Spiel gegen die Beachgirls aus Euskirchen konnten wir auch mit 2:0 gewinnen, also stand uns nur noch das letzte Vorrundenspiel gegen die Samba Girls aus Lintfort. Mit ner Menge Respekt, aber der Sicherheit, auf jeden Fall fürs Achtelfinale qualifiziert zu sein, standen wir sechs auf dem Platz. Wir sechs?? Wo waren Uschi, Inge-Müller und Chibby? Oh nein, aufgrund der Tatsache, dass wir all unsere Vorräte gestern schon getrunken hatten, haben sich die drei auf die Suche gemacht einen Supermarkt zu finden und neue Getränke zu kaufen. Und jetzt stehen wir hier, mussten spielen und waren nicht komplett! Nin versuchte mit dem Turnierorganisator zu sprechen und eventuell ein Spiel vorzuziehen. Aber er ließ sich nur auf 10 min Pause ein….
Wütend begannen wir also zu spielen, und: es funktionierte!!! Es kamen sogar richtige Spielzüge zustande. Tati und Nin waren Keeper, Nici und Nina mit Julie im Mittelblock, und Susi stand alleine vorne. Ich hielt, Doppelpass mit Nici nach vorne, stieg hoch zum Sprungwurf und Kempapass auf Susi, die in diesem Spiel alle ihre Kempa versenkte. Die erste Halbzeit ging an uns!!!!!! Zur zweiten kamen die anderen wieder, und durch die allgemeine Wut und Zickerei untereinander verloren wir die sichere zweite Halbzeit! Oh nein, nicht schon wieder Penalty….
Doch ob man es glaubt oder nicht, da Julie im Tor zwei Bälle hielt und wir hinten alle versenkten, gewannen wir auch dieses Spiel. Im Penalty…!!!
Die Freude war grenzenlos und den ganzen Abend schrieen und feierten wir uns:

“Ja, der Gruppenerste klatsche in die Hand….“ J J J

Die Party abends im Zelt war nicht unbedingt erwähnenswert, bis auf die Tatsache, dass Juli den ganzen Abend an Beda von den Blocksport Beachboys hing und ein Video über den Tag lief, wo alle Mannschaften aufgefordert wurden, eine Pyramide zu bauen und ein Lied zu singen. Wir entschieden uns für unser neues Lieblingslied: Die Affen rasen durch den Wald…. J
Auch dieser Abend ging zu Ende und wir ließen ihn an den Zelten auslaufen….
Uschi, die bekanntlich immer etwas lauter „redet“ wenn sie getrunken hat, unterhielt wieder den gesamten Platz und diesmal waren wir vor der Dämmerung im Zelt….

Sonntagmorgen blieb uns nicht viel Zeit für ein ausgiebiges Frühstück, aber erwähnenswert ist auf jeden Fall die Sanitäranlage – die Dusche. Man stelle sich vor: eine Kabine, wie jede andere, etwas klein und etwas schmutzig, und einen Raum in dem Duscharmaturen aus der Wand ragten und auch entsprechende Knöpfe, um diese zu bedienen. Was aber fehlte, war das Wasser…. Nun standen wir da. Alle anderen Türen waren verschlossen, alle schon nackt nur mit Haarshampoo und Duschgel bewappnet und unser Blick fiel auf einen Schlauch der achtlos in die Ecke geworfen war. Aber: daraus kam Wasser, wenn auch nur kaltes….In unserer Not, bespritze jeweils eine die andere und wir mussten feststellen, dass zumindest in dem Punkt unsere sanitären Anlagen in Flittard Tausend mal besser waren als diese Kammer….

Zurück zum Spielerischen: Achtelfinale gegen XUXU Wesel, dass wir erneut mit 2:0 für uns entscheiden konnten. Unser Halbfinalgegener hieß nun Sandziegen aus Köln. Die erste Halbzeit gewannen wir und beteten, dass auch die zweite die Unsere sein möge… - leider wurde unser Gebet nicht erhört und wir mussten uns erneut der Entscheidung im Penalty stellen. Timmi stellte folgende Spielerinnen auf: Tati, Susi, Chibby, Uschi und Nin. Alle trafen, es stand 5:5. Die Sandziegen trafen und Chibby setzte nach. Zuckerpass von Nin, Chibby hatte den Ball gut gefangen und sicher in der Hand. Die Mannschaft saß Arm im Arm am Spielfeldrand… Chibby lief aufs Tor zu 1…2…3… sie wird doch jetzt springen… 4!!!! Sie hatte nen vierten Schritt gemacht, und nicht irgendwie gestolpert oder aus dem Lauf geworfen, nein, sie nahm sich den vierten Schritt!!!!! Schiri pfeift ab, die Sandzeigen jubelten und wir sahen unseren Traum den Einzug ins Finale platzen…das Aus! Sandteufel Köln spielen nur um Platz drei! Alle waren ein bisschen geknickt, aber am meisten unsere kleine Chibby.
Im Spiel um Platz drei waren wieder die Samba Girls unsere Gegner und schlugen uns klar in zwei Sätzen. Somit waren wir nur Vierter, konnten aber unsere höchste Punktezahl der Saison einheimsen. Auch gut, lassen wir die Kirche im Dorf, aber nachdem wir das Finale, welches XUXU Niederrhein vs. Sandziegen Köln bestritten, und die Ziegen klar mit 24:15 und 19:6 gewannen, mussten wir feststellen, dass auch wir nicht hätten schlechter spielen können….

Alles in allem war es ein witziges Wochenende, und uns blieb ja auch nicht viel Zeit um über den verpatzten Einzug ins Finale nachzudenken, denn nächste Woche sollte ja schon das nächste Turnier kommen. In Herrenberg bei den Blues Brothers…und die Sandteufel natürlich mitten drin!!! Das ist aber schon wieder eine ganz, ganz andere Geschichte….